Wie bin ich zum Distanzreiten gekommen?

Mmhhh wie fange ich am besten an? Aaaalso – seit meinem 10. Lebensjahr bin ich den Pferden und dem Reiten verfallen. Typisch Mädchen halt. Wie es bei uns damals so üblich war, habe ich es mit kleinen gescheckten Ponies zu tun gehabt, die immer versucht haben, sich meiner zu entledigen. Das ist ihnen nicht gelungen, sondern haben mich nur noch mehr angespornt, besser beim Reiten zu werden, damit ich auf die Großen konnte. Es hat auch nicht lang gedauert und ich ritt Drogana – eine Warmblutfuchsstute. Dressur und ein wenig Springen waren meine Schritte Richtung Pferdesport.

Als ich dann der Liebe wegen nach Bayern zog, hatte ich eine Reitbeteiligung auf Jana. Jana war eine Traberstute und hat mir gezeigt, wie schön das Ausreiten ist. Galoppieren mochte sie allerdings nicht ganz so gern. Der Liebe wegen ging ich dann auch in die USA – es war übrigens der Gleiche, der mich auch nach Bayern entführt hatte 😉 Jedenfalls traf in in Wichita Falls, TX, auf Sparky, der 3-jährig viel zu klein und mickrig und noch dazu ein Vollblutaraber war. Aber ich sah sein Gesicht und wusste, der ist es. Gekauft habe ich ihn für 600 Dollar (inklusive Sattel).

Und als ich nach Deutschland zurück ging, ging er natürlich mit. Gesagt getan ritt ich ihn, wie ich meine Warmblüter früher geritten bin. Allerdings hat er mich gelehrt, dass eine feine Hand und weniger Druck manchmal mehr sind. Ich bildete Sparky bis zur Dressur der Klasse L aus und startete auf Turnieren, die leider nicht so von Erfolg gekrönt waren, da niemand eine 183 cm große Frau auf einem 152 cm großen Vollblutaraber sehen wollte. Jedenfalls machte es mir langsam keine Spaß mehr und ich zog mich aus dem Turniergeschehen zurück.

Beim Ausreiten traf ich immer wieder auf eine “Wilde”, die wie verrückt in der Gegend herum galoppierte. Irgendwann hielt ich sie an und fragte, was sie denn da treibe. Darauf ritten wir ein Stück zusammen und sie erzählte mir, dass sie für einen Distanzritt trainierte. Davon hatte ich noch die gehört. Ich fragte sie noch mehr darüber aus, da Sparky schon immer gern im Gelände lief und dabei sehr ausdauernd war. Naja kurzum – das war im Juli 1999 und im September 1999 startete ich total unvorbereitet und unbedarft unsere erste Distanz in Moosburg. Und was soll ich sagen – das Distanzvirus hatte uns erfasst!

Es folgten viele viele gemeinsame Ritte bis hin zu 160 km und der Teilnahme an der Europameisterschaft. Mit 15 nahm ich Sparky aus dem Sport. Ich hatte das Glück eine Züchterin kennenzulernen, die mir seit dem immer wieder Stuten zur Verfügung stellt, die ich ausbilde und in den Sport bringe. Gianna, Sabaa, Rusha und jetzt Sira sind tolle Pferde und jede einzelne war und ist eine Herausforderung für sich. Gianna, Sabaa und Rusha sind mittlerweile in der Zucht zurück. Sira baue ich jetzt langsam für die lange Strecke auf.

Und da ich Euch daran teilhaben lassen möchte, habe ich ein Tagebuch eingerichtet. Achja und nicht vergessen darf ich meinen Stinki Spirit. Spirit ist ein Kind der Liebe und so ganz und gar nicht geplant gewesen. Naja Gianna sah das 2011 anders und hat sich kurzerhand einen Shagya-Junghengst geschnappt, der aus Versehen in der Stufenherde gelandet war. 15 min haben gereicht, um sie und mich glücklich zu machen, denn ich habe Spirit als 10 Tage altes Fohlen gesehen und wusste, dass es mein Pferd ist. Nun ja und Dank Gudrun kann ich ihn jetzt mein Eigen nennen. Spirit ist jetzt knapp 4 Jahre alt, wächst wie ein Wilder und wird hoffentlich mal ein tolles Distanzpferd werden.